Selbstbeurteilung

Die Selbstbeurteilung ist eine Form der Mitarbeiterbeurteilung, die, wie der Name schon aussagt, vom Mitarbeiter selbst durchgeführt wird. Dabei macht der Mitarbeiter sich ein Bild von sich selbst, so wie er sich selber sieht. Diese Beurteilung ist sehr subjektiv, da das Urteil stark von der individuellen Selbstwahrnehmung beeinflusst wird. Damit fehlt es der Selbstbeurteilung an der nötigen Objektivität und Realitätsnähe.

Aus diesem Grund ist die Mitarbeiterbeurteilungsform in der Praxis eher unüblich. Es sind aber Ansätze vorhanden, die Selbstbeurteilung bei der Erstellung von Arbeitszeugnissen einzusetzen. Die Mitarbeiter entwerfen die Formulierungen des Zeugnisses selbst. Die Unternehmen nutzen die Vorformulierungen des Mitarbeiters und entwerfen anhand dieser das Arbeitszeugnis. Das bietet die Vorteile, dass der Mitarbeiter ein Zeugnis erhält, welches ihm zusagt und das Unternehmen entlastet wird. Trotz der Selbstbeurteilung sollte das Zeugnis nicht bedingungslos vom Unternehmen verwendet werden, sondern das geschriebene auf die Wahrheit kontrolliert werden.

Eine weitere Anwendung der Beurteilung durch den Mitarbeiter selbst, stellt sich in der klassischen Mitarbeiterbeurteilung auf. Vor einem Beurteilungsgespräch werden die Mitarbeiter aufgefordert eine Selbstbeurteilung durchzuführen. Dabei ist entscheidend, dass die Führungskraft und der Mitarbeiter dieselben Beurteilungskriterien und Beurteilungsskalen nutzen. Nur so kann eine gemeinsame Basis geschaffen werden. Um Fehlinterpretationen zu vermeiden sollten genaue Hinweise auf dem Beurteilungsbogen gegeben sein, die den Beteiligten exakt erklären, was benötigt wird. Da die Führungskraft ein Fremdbild und der Mitarbeiter ein Selbstbild erzeugt haben, besteht im Beurteilungsgespräch der Bedarf eines Abgleiches der beiden Beurteilungen. Der Abgleich hat zwei entscheidende Vorteile. Zum einen bereiten sich der Mitarbeiter und die Führungskraft anhand derselben Unterlagen vor. Somit sind die Gesprächspartner optimal vorbereitet und das aneinander Vorbeireden wird vermieden. Zum anderen weiß der Mitarbeiter genau, was auf ihn zu kommt. Daher erhält er Sicherheit und kann befreiter in das Beurteilungsgespräch gehen.

Die Selbstbeurteilung bietet also Einsatzmöglichkeiten in der Mitarbeiterbeurteilung. Aber es ist wichtig auf die Subjektivität der Beurteilung zu achten.