Führungstechniken

In der Personalführung gibt es verschiedene Führungstechniken. Dieser Artikel beschreibt die einzelnen Techniken.

Führung durch Zielvereinbarung

Die Führung durch Zielvereinbarung stellt ein umfassendes Führungskonzept dar. Die Führungstechnik besteht aus zwei Schritten.

Der erste Schritt besteht darin, dass die Führungskraft und Mitarbeiter gemeinsame Ziele vereinbaren, die die Mitarbeiter erreichen sollen. Die Ziele sollten aus den Unternehmenszielen abgeleitet sein. Die Ziele beziehen sich meistens auf eine Budgetperiode. Es können auch Meilensteine (=Zwischenziele) vereinbart werden. Somit ist das Entdecken einer Fehlerentwicklung leichter. Das Prinzip der Zielvereinbarung wiederholt sich jede Planungsperiode zwischen der Führungskraft und den Untergebenen. Ein Ziel muss eindeutig formuliert sein und dem Anspruchsniveau der Aufgabe entsprechen. Man kann davon ausgehen, dass Mitarbeiter durch klare, akzeptierte Ziele zu höherer Leistung motiviert werden.

Im zweiten Schritt der Personalführung durch Zielvereinbarung kontrollieren Führungskraft und Mitarbeiter am Periodenende gemeinsam die Zielerreichung. Anschließend sprechen sie über Verbesserungsmaßnahmen. Hierbei sollte die Beurteilung der Zielvereinbarung durch den Mitarbeiter selbst erfolgen, denn er verfügt über Situationskenntnisse und Gründe für die Abweichung vom angestrebten Ziel. Zudem sollte ein Beurteilungsgespräch basierend auf der Selbsteinschätzung des Mitarbeiters durchgeführt werden. Dabei werden die Verbesserung der Leistung und die persönliche Weiterentwicklung des Mitarbeiters besprochen.

Management by Exception

Aufgaben werden den Mitarbeitern delegiert und Entscheidungs- sowie Ermessensspielräume eingeräumt. Eine Entscheidung kann dem Mitarbeiter bis zu einer bestimmten Investition bzw. Auftragshöhe überlassen werden. Eine Abweichung vom Handlungsspielraum (Kostenüberschreitung) wird in bestimmten Grenzen toleriert. Ein Eingriff in den Entscheidungsprozess erfolgt nur in Ausnahmesituationen. Der Vorteil besteht darin, dass die Führungskraft von Routineentscheidungen entlastet wird und dem reduzierten Informationsfluss zwischen Mitarbeitern und Führungskraft. Die Führungstechnik wird meist auf mittleren Unternehmensebenen angewandt und sorgt oft für innovative Ideen.

Management by Participation

Management by Participation setzt ein Leitbild eines mündigen Mitarbeiters voraus, der über ein hohes Maß an Motivation verfügen. Die Grundannahme lautet, dass die Leistung eines Mitarbeiters steigt, wenn er sich mit Unternehmensziel identifiziert. Und das dieser Zustand über Einbindung in Zielbildungsprozess erreicht wird. Daher fordert die Führungstechnik eine Beteiligung der Mitarbeiter bei der Formulierung der von ihnen zu erreichenden Ziele. Diese Technik wird auf mittlerer und oberer Unternehmensebene angewandt.

Management by Motivation

Diese Technik ist eine Ergänzung zu Management by Paticipation. Sie beinhaltet, dass nicht nur durch Einbindung in den Zielbildungsprozess zur höheren Leistung motiviert werden kann, sondern durch weitere Maßnahmen wie z.B. das Gewähren einer großen Handlungsautonomie oder Betonung von Eigen- gegenüber Fremdkontrolle. Die Führungstechnik erhält nur Anwendung bei mündigen, motivierten Mitarbeitern auf mittleren bis höheren Unternehmensebenen

Management by Results

Die Führungskraft legt Ergebnisse fest, die der Mitarbeiter erreichen soll. Anschließend soll dann die Zielerreichung kontrolliert werden. Die Grundannahme besteht darin, dass die Vorgabe von ehrgeizigen Zielen zu einer höheren Leistung anspornt und regelmäßige Kontrollen die Effizienz verbessert. Diese Führungstechnik findet vor allem Anwendung auf niedrigen Unternehmensebenen. Bspw. im Fertigungsbereich, da dort klare Zielvorgaben und Kontrolle möglich sind.

Management by Decision Rules

Die Führungskraft delegiert Aufgaben an Mitarbeiter und gibt Entscheidungsregeln vor, die bei der Durchführung der Aufgaben eingehalten werden müssen. Der Hauptanwendungsbereich ist die Schadensregulierung in Versicherungsunternehmen. Sachbearbeiter haben Schadensfälle nach vorgegeben Regeln zu bearbeiten. Bspw. sollen Schäden unter 2000Euro ohne weitere Prüfung an den Kunden ausgezahlt werden. Allgemein wird die Führungstechnik bei Routineaufgaben auf unteren Unternehmensebenen angewendet.