Freie Beurteilung

Die freie Mitarbeiterbeurteilung überlässt dem Beurteiler in allen Punkten die Wahl des Beurteilungsverfahrens. Dieser ist somit an keine inhaltlichen Vorgaben gebunden und kann die aufgenommenen Beurteilungskriterien und deren Gewichtung individuell auf die Aufgabeninhalte des Mitarbeiters abstimmen und damit gezielt dessen Stärken und Schwachen erfassen.
Die Ergebnisse werden im Allgemeinen verbal in Stichworten festgehalten.

Beispiel:
Ein Teamkoordinator beurteilt ein Teammitglied. Er legt seiner Beurteilung die Kriterien „Kommunikationsfähigkeit“, „Fähigkeit zur Integration“ und Information zugrunde und beschreibt diese verbal.

Die subjektive und meist unvollständige Wahl der Beurteilungskriterien durch den jeweiligen Beurteiler machen die Vergleichbarkeit mit anderen Beurteilungen unmöglich. Aus diesem Nachteil heraus resultiert die Variante der freien Beurteilung. Sie gibt die Beurteilungskriterien vor, stellt jedoch dem Beurteiler die Formulierung frei.

Beispiel:
Ein Teamkoordinator beurteilt sein Teammitglied hinsichtlich der vorgegebenen Beurteilungskriterien ,,Kommunikationsfähigkeit“, „Fähigkeit zur Konfliktbewältigung“ und „Information“. Er beschreibt diese verbal.

Auch in diesel Fall fand die Vorgabe der Beurteilungskriterien nur zu einer begrenzten Vergleichbarkeit, da diese Vorgehensweise durch die sprachliche Ausdrucksfähigkeit des Betreuers zusätzlich erschwert wird.

Es gilt festzuhalten, dass die freie Beurteilung in der Regel eine Beurteilungspraxis nach sich ziehr, da sie stark subjektiv durch die Person des Beurteilers geprägt ist. Die Ergebnisse liefern keine zuverlässige Entscheidungsgrundlage für die Einleitung personalpolitischer Maßnahmen. In der betrieblichen Praxis wird sie daher kaum eingesetzt.